› stadtentwicklung ENGAGEMENT › 82 RENNER: Perspektivisch planen wir die Installation einer PV-Anlage. Das ist hinsichtlich der gewerblichen Nutzung des Wuppertaler Hofs absolut sinnvoll, da der Energiebedarf vor allem während der Arbeitszeiten – also der Sonnenstunden – anfällt. Welche Herausforderungen hat die Modernisierung mit sich gebracht? FIKUS: Ursprünglich gab es nur einen Stromzähler für den gesamten Gebäudekomplex. Vor dem Hintergrund, dass wir diese Struktur irgendwann ändern mussten, stellte uns das vor eine größere Herausforderung. Fast zwei Tage mussten wir das benachbarte Altenheim vom Stromnetz nehmen, da der technische Umschluss sonst nicht möglich gewesen wäre. In Kooperation mit den Stadtwerken, die einen Trafo bereitgestellt hatten, konnten wir die Versorgung des Altenheims dennoch sicherstellen. ABEND: Mit Blick auf die ehemalige Verkabelung des Gebäudes muss man sich klarmachen: Das ist ein über Jahrzehnte gewachsenes System. Im Keller verliefen unzählige Leitungen ohne Beschriftung und Dokumentation. Unser Anspruch war es, hier wieder Struktur hineinzubringen. Dafür mussten wir uns jedes Kabel einzeln anschauen. Hinzu kommt, dass es immer wieder Überraschungen geben kann. Man startet mit bestimmten Annahmen – und wenn die Tapete ab ist, zeigt sich, was darunterliegt. Und das kann alles Mögliche sein. Die Erkenntnis dabei ist: Es gibt einen Plan und es gibt ein Gebäude, das lebt. Darauf muss man sich einlassen, agil damit umgehen und flexibel bleiben. Bauen im Bestand bedeutet, dass es selten nur eine Lösung gibt, sondern oft viele verschiedene. Was bietet der neue Wuppertaler Hof seinen Nutzern? FIKUS: Während der Umbaumaßnahmen haben wir uns an der Vermieterbaubescheinigung orientiert, in die auch die Anforderungen der Nutzer – insbesondere der Stadt und des IT-Ressorts – eingeflossen sind. Also alles, was benötigt wird, um modernes Arbeiten hier künftig zu ermöglichen. Diese Anforderungen sind im Laufe der Zeit stetig gewachsen. So haben wir auf den fünf Etagen rund 80 Kilometer Kabel verlegt – davon allein 40 Kilometer Datenkabel. ABEND: Neben der IT-Ausstattung bietet das Gebäude nun ein modernes Raumkonzept: offene Zonen, Rückzugsräume sowie Besprechungsräume, Telefonboxen und Druckerräume. Beim Jobcenter haben wir zusätzlich ein Glastrennwandsystem eingebaut. Dabei wurde auch die Raumakustik betrachtet – Akustikdecken in Form von Rasterdecken mit spezieller Lochung sowie vom Jobcenter installierte Akustikelemente. RENNER: Die Arbeitssituation der Beschäftigten hat sich hier deutlich verbessert. Für das Angebot, das die Stadtverwaltung und die dazugehörigen Stadttöchter in Barmen bieten, ist das ein wichtiger Schritt. Wie verlief dabei die Abstimmung mit dem Jobcenter und der Stadt? ABEND: Es war ein kontinuierlicher Prozess – kein einzelner Termin, an dem gemeinsam durch das Gebäude gegangen wurde und anschließend alles feststand. Die Planung wurde aufseiten des Jobcenters sowie der Stadt Wuppertal von Architekt:innen begleitet, mit denen unter anderem Raumaufteilungen abgestimmt wurden. Während der Umsetzung fanden zusätzlich etwa alle zwei Wochen Termine vor Ort oder online statt, um wichtige Fragen zu klären. Bei solchen Projekten ist ein kontinuierlicher Austausch entscheidend, damit die Erwartungen auf beiden Seiten erfüllt und gemeinsam Lösungen gefunden werden können. Worauf an diesem Projekt sind Sie besonders stolz? RENNER: Darauf, dass wir in diesem historischen Gebäude die Voraussetzungen für modernes Arbeiten und zeitgemäße Beratung 8040 Kilometer davon Datenkabel Kilometer Kabel
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