Unternehmensbericht 25/26

81 bemieter bleiben sollten. Vor diesem Hintergrund standen wir vor der Frage, wie der Umbau umgesetzt werden kann. Ursprünglich war geplant, die Arbeiten im laufenden Betrieb durchzuführen. Aufgrund tiefgreifender Eingriffe in die Bausubstanz und weiterer Faktoren hatten wir uns im Verlauf der Modernisierungsarbeiten – im Einklang mit den Nutzern – dazu entschieden, das Objekt vollständig leerzuziehen. Das war mit Sicherheit der richtige Schritt. Welche baulichen Veränderungen mit Blick auf ökologische Aspekte wurden umgesetzt? FIKUS: Neben dem vorhandenen und erneuerten Anschluss ans Fernwärmenetz ist die Wärmerückgewinnung durch eine zentrale Lüftungseinheit ein wichtiger neuer Baustein. Dabei wird die kalte Außenluft über einen Wärmetauscher mithilfe der abgeführten Abluft erwärmt und ins Gebäude geführt, um ein komfortables Raumklima zu schaffen. Zudem haben wir eine intelligente Lichtsteuerung, unter anderem mit Bewegungsmeldern, verbaut. ABEND: Dabei wurden auch LEDs installiert. Das ist mittlerweile Standard, reduziert den energetischen Grundbedarf jedoch deutlich. Auch punktuell haben wir auf baulicher Ebene Veränderungen im Sinne der Nachhaltigkeit umgesetzt: angefangen bei Naturbaustoffen wie Holz und Kautschuk bei den Bodenbelägen bis hin zu außen liegendem Sonnenschutz vor den Fenstern, der das sommerliche Aufheizen des Gebäudes abmindert. Haben Sie sich mit der Geschichte des Gebäudes auseinandergesetzt? RENNER: Wir haben den Wuppertaler Hof 2016 von der Stadt übernommen und uns dabei auch mit seiner Historie auseinandergesetzt. Besonders interessant finde ich, dass dieses Gebäude stets im Zusammenhang mit der Stadt genutzt worden ist. Außerdem begegnet einem die Geschichte hier unweigerlich. So haben wir im Zuge der Bauarbeiten tatsächlich noch Brandspuren aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. ABEND: Darauf sind wir gestoßen, als die Räume entkernt und die verschiedenen Abhangdecken zurückgebaut wurden. Als alles freigelegt war, entstand durch die hohen Decken ein ganz besonderes Raumgefühl – so, wie es früher einmal gewesen sein muss. Ein anderes architektonisches Highlight stellt für mich das Treppenhaus am ehemaligen Haupteingang dar. Das ist sehr imposant und vermittelt den repräsentativen Charakter, den dieses Gebäude einst hatte. Wann und wie kam die Entscheidung zur Modernisierung zustande? RENNER: Als wir das Gebäude von der Stadt übernommen hatten, war klar, dass Erneuerungsmaßnahmen notwendig waren. Ebenso stand früh fest, dass das Jobcenter Wuppertal und die Stadt Wuppertal auch nach der Modernisierung Gewer-

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