Unternehmensbericht 25/26

5 Vertrauen in Institutionen, in die Demokratie, in Nachbarschaften und in ein Zuhause, das Bestand hat. Wo Menschen in einem Quartier gut zusammenleben, man sich kennt und gegenseitig unterstützt, sehen wir Optimismus und Tatendrang statt Skepsis und Verdrossenheit. Wo die Gemeinschaft fehlt, Vereinzelung und Vereinsamung einziehen, geht oft auch das Vertrauen in Politik und Gesellschaft verloren. Wohnen darf nicht zum Luxus werden, vielmehr muss es als Fundament eines stabilen Gemeinwesens den Belastungen einer sich verändernden Welt standhalten und einen wesentlichen Beitrag zur Reduktion von Klimatreibern leisten. Die extremen Juni-Hitzetage, aber auch andere Extremwetterlagen der vergangenen Jahre haben uns einen kleinen Vorgeschmack darauf gegeben, was im Zuge der Erderwärmung zu erwarten ist. Ein großer Teil der Kohlendioxidemissionen, die den Klimawandel treiben, geht bekanntlich auf den Gebäudesektor zurück. Deshalb schöpfen wir alle Möglichkeiten aus, um das Ziel der Klimaneutralität bis 2045 in unserem Bestand zu erreichen, so etwa im Rahmen der laufenden energetischen Großmodernisierung im Wohnpark Schellenbeck. Dabei setzen wir unter anderem auf Energieeffizienz, Erneuerbare Energien, Begrünung, Eigenstromerzeugung. Überdies betrachten wir aus verschiedenen Richtungen die Potenziale von Zirkularität bei Neubau und Sanierung heute und morgen. Denn wir halten unser Versprechen an die Menschen in unseren Quartieren: Wir gestalten die nachhaltigen Quartiere der Zukunft – für ein lebenswertes Zuhause. Ihr Sedat Ugurman Während ich diese Zeilen schreibe, ist Hochsommer in Europa. Hatte man im verregneten, kühlen Frühjahr noch mildere Tage herbeigesehnt, mischen sich nun unter das Freibad-, See- und Strandglück auch ernst zu nehmende Sorgen – führt der Sommer doch zwei Entwicklungen vor Augen, die uns als Gesellschaft grundlegend fordern. Der Kontinent erlebt im Juni eine historische Hitzewelle; in Deutschland ist der Temperaturrekord für den Monat mit 41,3 Grad Celsius geknackt. Und: Das Statistische Bundesamt vermeldet, dass sich ein Fünftel der Deutschen nach eigener Einschätzung in den Sommerferien nicht einmal eine einwöchige Urlaubsreise leisten kann. Die Auswirkungen des Klimawandels und die soziale Lage sorgen für so manche Schweißperle auf der Stirn. 25 Prozent der Menschen in Deutschland leben in prekären Lebenslagen, 13 Millionen gelten als armutsgefährdet. Be- sonders betroffen sind nicht nur Erwerbslose, sondern auch Ältere, Frauen, Alleinerziehende und Kinder. In Wuppertal lebt mehr als jedes dritte Kind in einer Familie, die weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung hat: Armut bedeutet weit mehr als materielle Not – sie führt zu gesellschaftlichem Ausschluss, mangelnder Teilhabe und eingeschränkten Zukunftsperspektiven. Aus dieser Lebenslage herauszukommen, wird laut Experten immer schwieriger. In einer zunehmend alternden Gesellschaft ist es deshalb nicht nur ein menschliches Gebot, sondern auch eine Überlebensfrage, heutigen wie auch nachfolgenden Generationen bestmögliche Startchancen und ein sicheres Zuhause zu bieten – darauf müssen Menschen vertrauen können. In Zeiten wie diesen ist das aufgrund politischer Vorgaben und wirtschaftlicher Krisen eine mehr als ambitionierte Aufgabe – und Vertrauen ein besonders hohes Gut. Verantwortung leben, Vertrauen stärken, Zusammenhalt festigen. SEDAT UGURMAN, AUFSICHTSRATSVORSITZENDER

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