36 › stadt & quartier Zuhause als Wirtschaftspolitik. WEITBLICK › Modernisierung ist stets beides: Herausforderungs- und Möglichkeitsraum. Das gilt für die Umsetzung der Energie- und Wärmewende in Bestandsquartieren in besonderem Maße. Für kommunale Wohnungsbauunternehmen bietet sie bei allen Herausforderungen die Chance, für ihre Bewohner:innen einen lebenswerten, zukunftssicheren Lebensraum zu gestalten und sich gleichzeitig unabhängig von fossilen Energien und steigenden bzw. schwankenden Kosten zu machen. Der Blick auf aktuelle globale Krisen und geopolitische Spannungen zeigt, wie verwundbar wir noch immer durch unsere Abhängigkeit von fossilen Energien sind und wie wichtig es ist, diese Abhängigkeit zu reduzieren. Der Gebäudesektor und insbesondere der Gebäudebestand spielen dabei eine zentrale Rolle, denn ca. 90 Prozent aller Gebäude in Nordrhein-Westfalen sind Bestandsgebäude. Der Modernisierung dieser Gebäude kommt daher eine Schlüsselrolle zu. Die Transformation des Gebäudebestands ist ein zentraler Baustein für wirtschaftliche Resilienz, Versorgungssicherheit, gesellschaftliche Stabilität und das Erreichen der Klimaziele. Sanierungen und der Ausbau der erneuerbaren Wärme müssen dabei Hand in Hand gehen. Jedes Bestandsquartier hat seine eigenen Besonderheiten in Bezug auf die Umsetzung energetischer Gebäudestandards, den Einsatz erneuerbarer Wärmeerzeuger und die sozialen Strukturen. Die Wohnungsbauunternehmen stehen vor der komplexen Aufgabe, Lebensräume für ihre Mieter:innen so zu gestalten, dass sie den Herausforderungen der Zukunft gewachsen sind und gleichzeitig den jeweiligen Bedürfnissen der Menschen gerecht werden. Das macht deutlich, wo die Energie- und Wärmewende konkret wird: dort, wo die Menschen leben – in unseren Städten, Gemeinden und Quartieren. Die herausragende Rolle der kommunalen Wohnungsbauunternehmen wird mit Blick auf ihren sozialen Auftrag deutlich. Sie agieren als Quartiersentwickler und Moderatoren zwischen Politik, Energieversorgern und der Mieterschaft. Hierbei gilt es, alle Aspekte so zu verzahnen, dass neben gesetzlichen Anforderungen auch die technischen Möglichkeiten und die sozialen Komponenten gleichermaßen berücksichtigt werden. Mit dem Wärmeplanungsgesetz und energetischen Vorgaben an die Gebäude und die Wärmeerzeugung geben wir als Landesregierung den politischen Rahmen vor. Landeseigene Förderprogramme wie progres.nrw und unsere Auszeichnungsprojekte wie das Projekt „KlimaQuartier.NRW“ bieten zusätzliche Unterstützung und Planungssicherheit für kommunale Wohnungsunternehmen und private Investor:innen. Zahlreiche Projekte zeigen schon heute, wie die Transformation gelingen kann. Die kommunalen Wohnungsbauunternehmen gehen dabei mit gutem Beispiel voran. Dies zeigt sich vorbildlich an dem vom Land Nordrhein-Westfalen als „KlimaQuartier.NRW“ und für die besondere städtebauliche Qualität zusätzlich als „KlimaQuartier.NRWplus“ ausgezeichneten Projekt Wohnpark Schellenbeck. Die gwg wuppertal hat an diesem Projekt gezeigt, wie die Energie- und Wärmewende unter Berücksichtigung aller regulatorischen Aspekte und innovativer Beteiligungsformate für Mieter:innen vorbildlich gelingen kann. Solche erfolgreichen Projekte und die engagierte Arbeit der kommunalen Wohnungsbauunternehmer sind die besten Zuversichtsspeicher für das weitere Gelingen der Energie- und Wärmewende. Gastbeitrag, Mona Neubaur, MdL, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes NordrheinWestfalen. MONA NEUBAUR NRW-WIRTSCHAFTSMINISTERIN
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