Unternehmensbericht 25/26

20.000 Nachhaltige Wärmeerzeugung für rund Quadratmeter Wohnfläche. 27 Kooperation für das Klima. Wuppertaler Stadtwerke und gwg wuppertal setzten im vergangenen Jahr eine Reihe gemeinsamer Projekte zur Dekarbonisierung der Wärmeversorgung um – in den Quartieren an der Bahnstraße, Hildburgstraße, Küferstraße, Unteren Lichtenplatzer Straße, Oberen Sehlhofstraße, Nibelungenstraße und am Hasnacken. So wurden in insgesamt 36 Wohngebäuden mit 331 Wohneinheiten die Wärmeerzeugungsanlagen modernisiert. Doppelt hält besser. Kern des Projekts ist ein hybrides Wärmepumpensystem: Die elektrisch betriebene Wärmepumpe übernimmt dauerhaft die Hauptrolle und deckt den Großteil des Heiz- und Warmwasserbedarfs. Nur wenn es draußen besonders kalt wird und zusätzliche Leistung gefragt ist, schaltet sich ein ergänzendes Erdgas-Brennwertgerät unterstützend hinzu. So bleibt die Wärmepumpe die tragende Säule der Versorgung – effizient, nachhaltig und wirtschaftlich. Eine intelligente Regelung sorgt jedoch dafür, dass jederzeit die klimafreundlichste und wirtschaftlich sinnvollste Energiequelle zum Einsatz kommt. Der konventionelle Kessel springt nur dann ein, wenn es wirklich notwendig ist – etwa zur Abdeckung von Spitzenlasten oder als zusätzliche Sicherheit an den kältesten Tagen im Jahr. Wärmewende ohne Abrissbirne. Die Hybrid-Lösung bietet gleich mehrere Vorteile: Sie ermöglicht eine schrittweise Umstellung auf eine elektrische Wärmeversorgung, ohne dass das Gebäude zuvor vollständig energetisch saniert werden muss. Gleichzeitig sind die Investitionskosten für die Wärmeerzeugungsanlage deutlich geringer als bei einer rein auf Wärmepumpen basierenden Lösung. Hinzu kommt die hohe Flexibilität: Mit fortschreitender Gebäudesanierung und steigender Energieeffizienz kann die Wärmeerzeugungsleistung bedarfsgerecht angepasst werden. So wird vermieden, dass eine überdimensionierte Wärmepumpe dauerhaft im Teillastbetrieb arbeitet, was Effizienz und Lebensdauer beeinträchtigen kann. Die Hybrid-Lösung schafft damit Planungssicherheit und finanziellen Spielraum für weitere Sanierungsmaßnahmen – und ermöglicht eine wirtschaftliche, schrittweise Umsetzung der Wärmewende. Flexibilität in der Spitze. „Aufgrund dieser Vorteile eignen sich hybride Systeme besonders dort, wo eine vollständige Wärmedämmung oder der Einbau von Flächenheizungen wirtschaftlich oder technisch nicht umsetzbar ist“, erklärt Andy Völschow, Leiter Kunden- und Quartierslösungen bei den WSW. Ein weiterer Nutzen Hybrid- und bivalent-paralleler Systeme zeigt sich im Betrieb. Sie entlasten das Stromnetz, wenn die lokale Netzkapazität begrenzt ist. Durch intelligentes Lastmanagement, die zeitliche Steuerung des Wärmepumpenbetriebs und das Zuschalten eines Zusatzkessels in Zeiten hoher Wärmenachfrage lassen sich elektrische Lastspitzen wirksam reduzieren. Auf diese Weise erleichtern hybride Konzepte die Integration einer großen Zahl von Wärmepumpen in bestehende Verteilnetze. Der Ausbau der Stromnetze kann so Schritt für Schritt mit der Transformation der Wärmeversorgung mithalten.

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