Unternehmensbericht 25/26

62 › quartiersentwicklung OFFENHEIT › Wissenschaft und Praxis vereint. NaQZiel (Transformation zu nachhaltigen Quartieren – Strategien im Umgang mit Zielkonflikten) ist ein zukunftsweisendes Forschungsprojekt, das im Raum Wuppertal innovative und sozialverträgliche Lösungen für klimagerechtes Bauen und Wohnen erarbeitet. Angedockt am Zentrum für Transformationsforschung und Nachhaltigkeit (transzent) der Bergischen Universität Wuppertal (BUW), fragt NaQZiel: Wie können Stadtviertel nachhaltig saniert werden, ohne soziale Interessen aus dem Blick zu verlieren oder wirtschaftliche Zwänge zu verschärfen? Das Projekt konzentriert sich spezifisch auf die Bearbeitung von Zielkonflikten bei der Transformation ganzer Stadtquartiere. Denn in der Praxis treffen im Rahmen von Maßnahmen für mehr Klimaschutz – insbesondere zur Steigerung der Energieeffizienz – häufig unterschiedliche Interessen von Bewohner:innen, Wohnungsunternehmen, Politik und Verwaltung aufeinander. „Diese können sehr individuell und subjektiv sein. Unsere Aufgabe ist es, sie zu identifizieren und Lösungen zu entwickeln“, so Luis Schopp. „Das Spannungsfeld zwischen unserem Auftrag, bezahlbaren Wohnraum bereitzustellen, auf der einen und der Erfüllung der gesetzlichen Klimaschutzziele auf der anderen Seite ist für uns als Unternehmen der größte Zielkonflikt und zugleich auch der Treiber gewesen, dieses Projekt zusammen mit transzent zu initiieren. Wenngleich wir als Unternehmen sehr selbstreflektiert sind, ist es ein Gewinn, mit transzent einen Kooperationspartner zu haben, der unsere Perspektive auf den Prüfstand stellt.“ NaQZiel bringt Wissenschaft, Wohnungswirtschaft, Mietervereine, lokale Initiativen sowie Bewohner:innen in einer engen Kooperation zusammen. Das gwg-Quartier Wohnpark Schellenbeck in Wuppertal sowie das Quartier Bergmannsgrün der VIVAWEST in Dortmund fungieren hierbei als Reallabore für die Erprobung innovativer Ansätze zur Vereinbarung ökologischer, sozialer und ökonomischer Anforderungen bei der Quartierserneuerung. Konkret heißt das: In den beiden Modellquartieren treffen technische Innovationen auf neue Verfahren von Kommunikation und Beteiligung. Neue Suffizienz-Strategien zielen darauf ab, den individuellen und gemeinschaftlichen Energiebedarf durch neue Verhaltensmuster und Strukturen bewusst zu begrenzen. Technische Lösungen sollen nicht isoliert stehen, sondern in soziale Perspektiven eingebunden werden – damit Klimaschutz im Rahmen von Quartierserneuerungen nicht als Belastung, sondern als gemeinschaftliche Zukunftsaufgabe wahrgenommen wird. So soll in der Region Wuppertal– Dortmund ein kontinuierlicher Wissenstransfer zum frühzeitigen Umgang mit Zielkonflikten entstehen – und bestenfalls soll ein wichtiger Beitrag für den Strukturwandel und die nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung in NRW geleistet werden.

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