Unternehmensbericht 25/26

54 › quartiersentwicklung VERTRAUEN › Versprochen ist versprochen. Gregor Schnittker, Berater und Moderator von IKU_Die Dialoggestalter, bringt auf den Punkt, was das auslöst: „Dies wird als Bedrohung empfunden. Unabhängig davon, wie ehrenwert die Ziele sind.“ Und genau deshalb könne man nicht einfach „einen Brief verteilen und sagen, das ist jetzt so.“ Nun stellen Sie sich vor, dass die Bewohner:innen eines Quartiers etappenweise ausziehen müssen, vier Punkthäuser, 318 Wohnungen: Der über 50 Jahre alte Wohnpark Schellenbeck in Wuppertal-Oberbarmen soll zukunftsfähig gemacht werden, grundlegend modernisiert, energetisch ertüchtigt, neu gedacht – im bewohnten Zustand nicht durchführbar. Für die Mieter:innen ein elementarer Einschnitt, den die gwg ehrlich kommuniziert und vertrauensvoll begleitet. Das haben wir von Anfang an verstanden und gemeinsam mit den Dialoggestaltern ein Kommunikationskonzept entwickelt, das auf einem einzigen, kraftvollen Fundament steht: dem Mieterversprechen. Dem Versprechen, niemanden alleinzulassen. Was das in der Praxis bedeutet, weiß kaum jemand besser als Thomas Henseler, Teamleiter im Immobilienmanagement der gwg. Im Frühjahr 2023 ins Unternehmen eingestiegen, übernahm er, gemeinsam mit seinem Team, kurz darauf eine der größten kommunikativen Herausforderungen, vor denen ein Wohnungsunternehmen stehen kann. Für Henseler ist persönliche Ansprache das A und O: „Wir nehmen die Perspektive und die Sorgen unserer Kund:innen ernst.“ Diese Haltung fließt ein in die permanenten und punktuellen, flexibel ineinandergreifenden Formate der Kommunikation, wie etwa: Quartiersbüro vor Ort, Projektwebsite, Dialogforum, Infomärkte, Flyer, Mieter-App. Und nicht zuletzt die persönlichen Tandems – jeweils zwei Personen aus dem gwgTeam, die bei allen Mieter:innen „auf der Couch sitzen“, die individuelle Situation erfassen und gemeinsam besprechen, wie es weitergehen kann. Auch Schnittker und sein Team gehen regelmäßig aktiv in den Austausch, werten aus und steuern nach. „Wir drücken immer wieder den Reset-Knopf und fragen uns: Was brauchen die Stakeholder – und was braucht der Dialog jetzt?“ Das Mieterversprechen wird fortlaufend angepasst – denn, so Schnittker: „Vertrauen ist eines der höchsten Güter. Daran messen wir den Dialog.“ So dynamisch wie das Leben ist auch der Dialogprozess. Manche Mieter:innen öffnen keine Post, kommen zu keiner Infoveranstaltung, melden sich nicht. Für sie wird man kommunikativ kreativ. Und immer wieder gibt es ganz eigene Geschichten: die Mieterin, die den Umzug am Ende begrüßte, weil sie mithilfe der gwg endlich näher an ihren Sohn ziehen konnte, den Mieter, dessen Kleingarten ihn hielt – bis die gwg eine andere Wohnung direkt nebenan fand. „Stellen Sie sich vor, Ihr Vermieter klopft an die Tür und sagt: Sie müssen ausziehen, Ihr Zuhause verlassen. Zwar nur vorübergehend, mit der Aussicht auf Rückkehr in eine schönere Wohnung – aber ausziehen.“ GREGOR SCHNITTKER

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