52 › quartiersentwicklung sondern im smarten, nachhaltigen Umgang mit dem Bestand“, konstatiert Matthias Abend. „Jede erhaltene Treppenstufe, jeder aufgearbeitete Boden oder Handlauf spart Ressourcen und CO2. Diese Arbeit mit der Bestandssubstanz folgt dem Leitprinzip des Projekts, Grey to Gold.“ Daher wurden nur minimale Grundrisseingriffe vorgenommen, etwa ein zusätzliches Fenster eingebaut, und es wurden einige wenige Wohnungen zusammengelegt, insbesondere in Abstimmung mit der Wohnraumförderung, um für kinderreiche Familien Wohnraumangebote zu schaffen. Im Sinne der Barrierefreiheit wurden Türen verbreitert, Balkonschwellen nivelliert und ebenerdige Duschen installiert. Wer durch das fertige Gebäude geht, kann zwar noch die ursprüngliche Physiognomie der späten 1960er-Jahre erahnen – trifft jedoch dank einer konsequenten gestalterischen und baulichen Weiterentwicklung des Bestands auf ein Zuhause mit einem frischen, zeitgemäßen und positiven Charakter. Zeitgemäß sollen auch die Außenanlagen neu gestaltet werden. Ob gemeinschaftlich nutzbare Grünflächen für Urban Gardening und Urban Farming, Aufenthalts- und Spielbereiche, barrierefreie Wege, Bike- und Carsharing-Angebote, Fahrradgaragen oder Ladeinfrastruktur für E-Mobilität: An Ideen mangelt es nicht. Auf Basis einer Bedarfsanalyse im Quartierskontext und darüber hinaus werden konkrete Planungen erstellt. Ein besonderes Augenmerk liegt auf einem Bestandsgebäude, das früher als Werkstatt und Lager genutzt wurde und künftig nach den Prinzipien des zirkulären Bauens zu einem zentralen Treffpunkt in der Nachbarschaft erweitert werden soll. Hier könnte ein Ort für Begegnung, Dienstleistungen und neue Nutzungen entstehen – von gemeinschaftlichen Räumen bis hin zu ergänzenden Angeboten im Alltag. Die alles überspannende Vision: Menschen finden hier nicht nur modernisierten Wohnraum, sondern ein Zuhause in einer vitalen Nachbarschaft. Der Wohnpark Schellenbeck hat das Potenzial, als Modell für klimagerechtes Bauen im Bestand übertragbare Impulse für die Entwicklung gewachsener Quartiere zu setzen. Mehrwert aus bestehender Bausubstanz Die technische und bauliche Optimierung geht mit gleichzeitig gesteigerter visueller Ästhetik, erhöhtem Wohnkomfort und mehr Aufenthaltsqualität Hand in Hand, sowohl in den Innen- als auch in den Außenbereichen. „Kaum eine Gebäudekomponente repräsentiert diese Verbindung stärker als die Panoramabalkone“, betont Lukas Fikus. Wo früher schmale Umlaufbalkone waren, deren Betonsubstanz marode war, öffnen sich heute großzügige, verglaste Räume. Dank verschiebbarer Glaselemente lassen sie sich je nach Jahreszeit unterschiedlich nutzen: als geschützten Außenbereich, als grünes Gewächshaus oder als offener, sonnendurchfluteter Lieblingsplatz mit Hängematte. Die neuen Balkone erweitern die Wohnungen spürbar, ohne zusätzliche Flächen zu versiegeln. So entsteht Mehrwert im Bestand. Nach diesem Grundsatz blieb, wo es nur möglich war, Substanz bestehen und wurde aufgearbeitet und neu interpretiert. „Klimaneutralität beginnt nicht erst beim Neubau, INNOVATION › PanoramaBalkone mit verschiebbaren Glaselementen. 318 Wohnungen im Quartier.
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