Unternehmensbericht 25/26

17 Die Hofaue – Entwicklung einer Immobilie, Entwicklung eines Quartiers. Wer heute durch die Hofaue in Wuppertal geht, spürt, was einmal war – und was wieder werden kann. Die Straße trägt noch die DNA ihrer mondänen Vergangenheit: Im 19. Jahrhundert war sie ein florierender Textilhandelsstandort mit viergeschossigen Gebäuden – hier lebten wohlhabende Bürger:innen und das Stadtleben pulsierte. Heute verbindet die Hofaue wichtige Ankerpunkte in Wuppertal-Elberfeld: Döppersberg, Hauptbahnhof, Innenstadt, Von der Heydt-Museum, künftiges Pina Bausch Zentrum. Mittendrin: ein Block, der lange für Leerstand und Verfall stand. Verleger und Universitätsprofessor Johannes Busmann will das ändern. Mit der Hofaue Grundstücks GmbH & Co. KG saniert er drei Gebäude des Blocks, die zusammen mit der gwg-Immobilie inklusive Kita im Eckbereich von Hofaue, Wesendonkstraße und Brausenwerther Gasse einen L-förmigen Riegel bilden. „Die Architektursubstanz hier muss man sich erarbeiten, sie wird einem nicht geschenkt“, sagt Busmann, der mit seinem Unternehmen in der Hofaue 63 sitzt – direkt gegenüber dem Projekt, das den Namen „Beatbox“ trägt. Eine Reminiszenz an einen Musikclub, der einst genau hier das Quartier befeuerte. Abseits dessen war die jüngere Vergangenheit weniger glänzend: Bordell, Table-Dance-Bar, jahrelanger Leerstand. Die „Beatbox“ soll dem Quartier wieder einen vitalen Herzschlag geben – mit 32 Wohnungen in den oberen Etagen, von Einzimmer-Apartments bis zu Penthäusern, für eine gemischte Gemeinschaft von Studenten über Ärzte bis hin zu jungen Familien. Vorrangig gehe es nicht um Vermarktung, so Busmann, sondern darum, eine Mieterstruktur zu etablieren, die mit den Erdgeschossaktivitäten kommuniziert und als Ganzes einen positiven Impuls ins Quartier gibt: „Dies ist ein Investment auf eine soziale und nicht auf eine ökonomische Rendite.“ „Inside-Out“: Kommunikation mit und im öffentlichen Raum. Damit das Innere des Erdgeschosses nach außen sichtbar wird, ist es von drei Seiten zugänglich – Hofaue, Brausenwerther Gasse, Wesendonkstraße. Schimmerlos zieht mit einem Deli ein, Talgut (Secondhand-Mode) ist bereits vor Ort, Das Fachl mit über 100 lokalen Anbietern sowie zwei Goldschmiedinnen folgen im Herbst. Gemeinsam belegen sie rund 600 m², innen verbunden. Große Fensterflächen geben Passanten den Blick frei; im Talgut schafft eine Empore zusätzliche Sichtachsen. Im Deli entsteht ein begrünter Naturstein-Patio, zur Wesendonkstraße hin ist Außengastronomie geplant. Die Kommunikation mit und im öffentlichen Raum soll wieder in den Fokus rücken: Menschen, die sich über den Weg laufen, mit einem Kaffee in der Hand stehen bleiben und sich unterhalten – urbanes Leben, das sich nicht verordnen lässt, sondern einfach passiert. „Überhöht gesagt ist es ein Versuch, Stadt zu heilen, eine seelische Erlebbarkeit von Stadt-Ort anzubieten.“ JOHANNES BUSMANN UNIVERSITÄTSPROFESSOR Neuer Beat fürs Quartier.

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