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Müll: 300.000 Euro Ersparnis durch richtiges Trennen

Kann man mit Mülltrennung tatsächlich nennenswert Geld sparen? Noch vor fünf Jahren hätten viele GWG-Mieter sicher zumindest leise Zweifel angemeldet. Inzwischen wissen es zumindest die Bewohner von mittlerweile neun Siedlungen der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft (GWG) besser. Im Uellendahl, in der Südstadt, in Vohwinkel oder in Elberfeld sortieren rund 1.600 Bewohner ihren Müll säuberlich und unter fachkundiger Anleitung. Das beeindruckende Ergebnis: Rund 300.000 Euro haben die GWG-Mieter an Abfallgebühren mittlerweile eingespart.  

Abfallgebühren gespart

Mit der Hälfte der eingesparten Gebühren finanziert die Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG) in den Siedlungen eingesetzte Entsorgungsberater, die restlichen 150.000 Euro kommen den umweltbewussten Mietern direkt zugute. Mit anderen Worten: Der Posten „Abfallgebühren“ ist in  ihrer Nebenkostenabrechnung spürbar kleiner geworden, seit GWG-Geschäftsführer Harald Röllecke und AWG-Chef Wolfgang Herkenberg im Januar 2006 mit ihren Unterschriften auf der Seite 3 des Rahmenvertrags mit dem Ziel „Einsparung der Entsorgungskosten“ offiziell den Startschuss für ein Pilotprojekt gaben, das zunächst auf ein Jahr begrenzt war. Schnell waren sich jedoch alle Beteiligten sicher, dass aus dem Versuch ein Erfolg war. Bereits 2007 beschlossen GWG und AWG deshalb eine Ausweitung des Projekts von etwa 20 auf heute rund 40 Häuser.  

Hochhaussiedlungen besonders betroffen

Während die AWG in der Vergangenheit gerade in Hochhäusern immer wieder falsch befüllte Wertstoffcontainer abziehen musste und statt dessen die Kapazitäten der kostenintensiven Restmüllbehälter aufstockte, landet heute in den allermeisten Fällen in der jeweiligen Tonne, was dort auch hineingehört. AWG und GWG haben die Mieter allerdings auch von Anfang an nie mit ihren Entsorgungsproblemen allein gelassen. Die Abfallberater übten sich zunächst im Klinkenputzen und verteilten mehrsprachiges Infomaterial. Noch heute beraten sie die Mieter regelmäßig, klären Zweifelsfälle und stehen stets mit Rat und Tat zur Seite, wenn eine Müllsorge gelöst werden muss.   Die GWG richtete spezielle Sperrmüllsammelstellen ein und sorgte für abschließbare Abfall- oder Wertstoffdepots, zu denen nur die jeweiligen Mieter Zugang haben. Regelmäßige Kontrollen und eine intensivere Beratung durch die AWG-Experten in problematischen Fällen halfen dabei, dass die Treffsicherheit der Siedlungsbewohner bei der Entsorgung einen sehr hohen Grad erreicht habe, berichtet GWG-Ressortleiter Wilfried Moll,  „ ähnlich strukturierte Wuppertaler Wohngebiete außerhalb des Projekts sind im wahrsten Sinne des Wortes noch Tonnen von unseren Ergebnissen entfernt.“

AWG Pilotprojekt

Nur einen Job übernehmen die Entsorgungsberater bis heute nicht: „Wir sortieren den Abfall nicht nach“, versichert AWG-Projektleiter Martin Bickenbach, „ denn unser Ziel ist es, dass die Menschen bewusst mit ihrem Müll umgehen. Das ist ein Lernprozess, den man ihnen nicht abnehmen kann.“ In Anbetracht sinkender Gebühren lernten die Bewohner offensichtlich gern und schnell. „Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache“, meint  Bickenbach, „aus einem Pilotprojekt ist eine Erfolgsstory geworden.“  

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